Klara Blum

Klara Blum wurde am 27. November 1904 als Tochter von Joseph und Cipre Blum (geb. Karner) in Czernowitz geboren. Sie war eine jüdische Lyrikerin unf Journalistin, die in späteren Jahren unter ihrem chinesischen Namen Zhu Bailan publizierte. Ihr Vater Joseph Blum (1850–1934) war jüdischer Großgrundbesitzer und Landtagsabgeordneter. Die arrangierte Ehe zwischen ihm und der 26 Jahre jüngeren Cipre (1876–1937) wurde 1913 geschieden. Klara Blum ging daraufhin mit ihrer Mutter nach Wien.

Klara Blum
1904 (Czernowitz) - 1971 (Guangzhou, China)
Schriftstellerin

Dort begann sie 1923 mit einem Studium in Psychologie und arbeitete als Journalistin für verschiedene Zeitungen. Sie publizierte auch regelmäßig in der Czernowitzer Ostjüdischen Zeitung (1919–1937), da sie der zionistischen Bewegung nahestand. Sie war aber auch eine überzeugte Sozialdemokratin und später Kommunistin. 1929 ging sie nach Palästina, kehrte jedoch bald darauf nach Österreich zurück. Der autobiographische Roman Der Hirte und die Weberin (1951) gilt als ihr Hauptwerk. Sie schildert darin ihre Beziehung zu dem chinesischen Journalisten und Regisseur Zhu Rangcheng, der vier Monate nach ihrem Kennenlernen 1937 in Moskau spurlos verschwand. Nach dem zweiten Weltkrieg suchte sie ihn in Shanghai, da sie ihn dort vermutete. Bis zu ihrem Tod blieb für sie das Rätsel um sein Verschwinden ungelöst. Zhu Rangcheng war in der Sowjetunion verhaftet worden und 1943 in einem sibirischen Lager umgekommen. 1952 wurde Klara Blum Dozentin für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Nanjing. Sie starb am 4. Mai 1971 in Guangzhou. Ihr Werk umfasst einen Roman, sechs Gedichtbände, fünf Novellen, zahlreiche Gedichte, Reportagen, Buchbesprechungen und Nachdichtungen aus verschiedenen Sprachen.

Text: Oksana Herheliinyk

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