Auguste Kochanowska

Die Künstlerin Auguste (auch Augusta) Kochanowska wurde am 6. Juli 1866 in Kimpolung (Südbukowina) geboren und zog 1885 mit ihren Eltern nach Czernowitz um, nachdem ihr Vater in der Stadt eine Anstellung als Regierungsbeamter erhalten hatte. In Czernowitz lebte sie – mit Unterbrechungen – bis in die 1920er-Jahre. Sie besuchte die Czernowitzer Kunstschule und absolvierte ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo sie auch Malunterricht erteilte. In Czernowitz wurde sie in den 1890er-Jahren mehrfach mit Stipendien des Bukowinaer Landtags gefördert, u.a. auf Antrag von Baron Mustatza.

Auguste Kochanowska
1866 (Kimpolung) - 1927 (Toruń )
Künstlerin

Ihre Arbeit stand auch unter dem Einfluss der ukrainischen Schriftstellerin Olha Kobyljans’ka, die die Kochanowskis 1874 kennenlernte, nachdem sie mit ihrer Familie nach Kimpolung umgezogen war. Zwischen den beiden Frauen entwickelte sich ein reger Austausch, der sich auch niederschlug in zahlreichen Illustrationen Kochanowskas für Kobyljanskas Kurzgeschichten “Pryroda” (Natur), “Bytva” (Kampf), “Nekulturna” (Ignorant), “Melankholiiny Vals” (Melancholischer Walzer), “Pid Holym Nebom” (Unter dem offenen Himmel), “V Nediliu Rano Zillia Kopala” (Am Sonntagmorgen sammelte sie Kräuter), die in der Sammlung „Kleinrussische Novellen“ 1901 auf Deutsch erschienen.

Auguste von Kochanowska nahm die Natur und die kulturelle Umgebung ihrer Heimatregion sehr bewusst wahr und sie betrieb eigene ethnographische Studien insbesondere über das Leben der Huzulen, die sie in der „Zeitschrift für österreichische Volkskunde“ zwischen 1898 und 1908 veröffentlichte (z.B. Auguste Kochanowska: Bukowinaer Jahrmärkte. In: Zeitschrift für österreichische Volkskunde, Jg. 14, 1908, S. 199-207). Aus diesen Erfahrungen und Beiträgen entstanden wiederum Illustrationen (für Zeitschriften), Aquarelle und Ölgemälde, die sie auf Kunstausstellungen in Czernowitz und Wien präsentierte. Auguste von Kochanowska starb am 7. Dezember 1927 in Toruń (Polen).

2013 gab das Czernowitzer Kunstmuseum einen Katalog zu Leben und Werk der Künstlerin heraus. Ihre Bilder sind auch im Literatur- und Gedenkmuseum Olha Kobyljans’ka in Czernowitz ausgestellt.

Text: Markus Winkler

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