Воздвиженська церква

Die Planungen zum Bau der römisch-katholischen Kirche der Heiligen Kreuzes in Czernowitz geht in die 1780er-Jahre zurück. Kaiser Joseph II. erteilte 1787 den Bauauftrag, der jedoch erst dreißig Jahre später erfüllt werden konnte (Hauptstraße, heute Holowna 20). 1790 wurde die Kirche durch einen Brand zerstört. Eingeweiht wurde die Kirche am 29. Juli 1814. Durch einen weiteren Brand im Jahr 1866 wurde die Kirche nochmals in Mitleidenschaft gezogen und erst 1909/10 mit Presbyterium, Seitenschiffen und Sakristei im heutigen Zustand vollendet. Der Hauptaltar wurde 1910 vom Lemberger Erzbischof Joseph Bilczewski geweiht.

Воздвиженська церква
Religionsgebäude & Friedhöfe
built
1787 - 1814

1910 lebten 23.000 Katholiken in Czernowitz (27% der Gesamtbevölkerung). Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die meisten Deutschen und Polen Bukowina verlassen hatten, blieben noch 2.000 Katholiken in der Stadt. Der Kirchenbetrieb lief auch während der Sowjetzeit weiter.

Lange Zeit galt dieses Kirchengebäude mit seinem hohen Turm als eines der architektonischen Wahrzeichen von Czernowitz. Der Turm diente auch als Beobachtungsposten, wenn in der Stadt ein Brand ausbrach. 1910 wurde der spitzförmige Turm durch einen quaderförmigen Turm ersetzt. Die innere Einrichtung der im klassizistischen Stil erbauten Kirche ist in ihrer ursprünglichen Form – mit Glasmalereien und Deckengemälden – erhalten.

Heutzutage wird die Kirche in erster Linie von der kleinen polnischen Gemeinde genutzt. Der Gottesdienst wird auf Polnisch und Ukrainisch durchgeführt. Anlässlich ihres 200-jährigen Bestehens erhielt die Kirche am 19. Juli 2014 den Titel Basilika minor (als dritte Kirche in der Ukraine).

Besonderheiten der Kirche: In der Kirche wurde ein Thron für den österreichischen Kaiser errichtet; an der Außenfassade befindet sich die älteste Sonnenuhr in der Westukraine (sie zeigt die Wiener Ortszeit); die Kirche verfügt über sieben Altare.

Text: Iryna Virstiuk